Große Liebe Dackelglück – Susana & Hugo

Es geht weiter mit einem neuen spannenden Mensch-Hunde-Paar bei unserer Serie „Große Liebe Dackelglück“

Über Instagram habe ich zufällig den Account @hugo_gos_che von Susana und Hugo aus Valencia entdeckt. Mich hat es so berührt, wie die beiden mit Hugos Erkrankung umgehen und ich wollte einfach mehr darüber wissen. Wie sieht wohl ihr Leben aus? Wie funktioniert der Alltag mit einem gelähmten Hund? Susana war bereit mir meine Fragen zu beantworten. Ich finde ihre Geschichte sehr emotional, tapfer und voller Liebe zu ihrem Dackel Hugo.

Wie haben Du und Hugo zueinandergefunden?

Nachdem ich bereits zwei Mischlingshunde hatte, wollte ich mir wieder einen Hund aus dem Tierheim holen. Doch meine Mutter liebte schon immer Dackel sehr und hat mich davon überzeugt, dass es doch toll wäre, so einen kleinen, netten Kerl zu holen.

Also habe ich recherchiert und in der Nähe von Valencia eine Familie mit fünf wunderschöne Welpen gefunden. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich habe mich sofort für Hugo entschieden.

Hat Hugo besondere Angewohnheiten und wie gehst du damit um?

Hugo war bis zu seinem 7. Lebensjahr ein gesunder und kräftiger Hund. Sehr aktiv, lebensfroh und gesellig. Im Februar 2018 wurde er aufgrund eines Bandscheibenvorfalls querschnittsgelähmt. Das hat natürlich alles verändert. Seit diesem Moment kann er nur noch die beiden vorderen Beine bewegen. Über seine Blase und seinen Analschließmuskel hat er keine Kontrolle mehr und kann sie nicht mehr selbstständig entleeren. Dabei muss ich ihm helfen. Er selbst hat sich überhaupt nicht verändert.

Hugo braucht einen Rollstuhl. Würdest du uns erzählen, wie es dazu kam?

Der Bandscheibenvorfall stellte sich ohne Vorwarnung ein. Wir gingen nachts unsere letzte Runde und als wir wieder nach Hause kamen, lief er sehr langsam herein und wimmerte ein wenig. Ich dachte, er hätte sich einen Splitter eingetreten und untersuchte seine Pfoten. Fand aber nichts. Also sind wir ins Bett gegangen. Er schlief mit mir im Bett und in dieser Nacht schien er keine Position zu finden, in der er sich wohlfühlte. Er drehte sich tausendmal im Bett hin und her. Am Morgen gingen wir unsere Runde und alles schien wieder ok zu sein. Doch als er mittags versuchte aus seinem Bett aufzustehen versagte ein Bein und dann das andere. Seit diesem Moment ging Hugo nie wieder.
Wir sind an diesem Sonntag sofort in die Notaufnahme und man sagte mir, dass es nach einem Bandscheibenvorfall aussähe und sie müssten einen CT-Scan machen, um die Diagnose zu bestätigen. Als der Bandscheibenvorfall diagnostiziert war, empfahlen sie mir, Hugo einschläfern zu lassen. Mit ziemlicher Sicherheit würde er nicht mehr laufen können, selbst wenn sie ihn operierten. Doch ich wollte ihm die einzige Chance geben, die er noch hatte. Also entschied ich mich für die Operation. Sollte er nicht mehr laufen könnte, würde ich ihn überallhin tragen. Und so ist es heute auch.

"Die Liebe, die wir von ihnen erhalten ist immens."

Wie geht ihr beiden damit um, dass er auf einen Rollstuhl angewiesen ist? Welche Probleme und Einschränkungen begegnen euch?

Hugo ist ein Hund, der nun viel mehr Aufmerksamkeit und Pflege braucht. Ich muss sehr vorsichtig mit der Haut an den Hinterbeinen sein, da die Haut beim Ziehen verletzt werden kann. Auch auf seine Vorderbeine und seinen Nacken muss man gut aufpassen, denn er übt mit seinem gesamten Vorderteil viel Kraft aus und zieht an seinem Hinterteil. Die Blase muss alle 4-5 Stunden manuell entleert werden und das sehr gut, da querschnittsgelähmte Hunde häufig Harninfekte haben. Mein größtes Problem war herauszufinden, wer sich um ihn kümmert, während ich bei der Arbeit bin. Schließlich habe ich eine Tierarzthelferin eingestellt, die bei ihm bleibt, während ich arbeite. Außerdem macht sie seine Rehabilitationsübungen, um andere Komplikationen zu vermeiden.

Es ist auch schwieriger mit Hugo in Urlaub zu fahren, als mit einem gesunden Hund, da ich viel mehr Ausrüstung für ihn brauche. Ich habe einen Kinderwagen für Hunde und seinen Rollstuhl, also fahre ich immer in meinem Auto und trotzdem ist der Kofferraum voll mit seinen Sachen und ich habe keinen Platz für meine. Es ist mir unmöglich, mit ihm im Zug zu reisen. Und natürlich kann ich nicht in den Urlaub fahren und ihn mit jemandem alleine lassen.
Und ich muss unserer Ferienwohnung oder das Hotel gut auswählen. Der Boden muss Parkett sein oder zumindest nicht rau. Und es dürfen keine Treppen in unserer Unterkunft sein. Ansonsten bekommt er Probleme mit seinem Rollstuhl und kann sich verletzen.
Für mich ist es die größte Schwierigkeit, der ich begegnet bin: von zu Hause wegzugehen.

In welcher Situation bringt dich dein Hund richtig zum Lachen?

Hugo bringt mich seit dem ersten Tag an zum Lachen. Ich nenne ihn meinen Kummer-Killer. Als Welpe war er ein sehr unartiger Hund. Er hat buchstäblich mein ganzes Haus verwüstet. Außerdem war es sehr schwierig ihm beizubringen draussen zu pinkeln. Ich habe alles getan, damit er es lernt. Doch es dauerte ewig.
Ein paar Tage nachdem Hugo zu mir nach Hause kam, starb meine Mutter nach einem langen Kampf gegen den Krebs. Deshalb brachte mich jeder Streich von Hugo zum Lächeln. Die Sorgen kamen von anderen Seiten. Er war damals meine große Stütze.

Was würdest du anderen empfehlen, die schon lange über einen Hund nachdenken, jedoch noch zögern?

Seit Hugo vor 12 Jahren in mein Leben getreten ist, leben wir zu zweit. Doch ich habe mich die ganze Zeit nie allein gefühlt. Er erfüllt mein Haus, mein Herz und mein Leben.

Die Liebe, die wir von ihnen erhalten ist immens. Sie geben uns viel mehr, als sie selbst brauchen.

Das Zusammenleben mit einem Tier gibt einem das Gefühl, dass wir alle gleich sind. Dass es keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier gibt. Dass alle Leben zählen und dass Menschen nicht über ihnen oder anderen stehen. Sie sind Lehrer des Lebens.

Könntest du dir noch ein Leben ohne Hugo vorstellen?

Ich kann mir den Tag nicht vorstellen, an dem er nicht mehr bei mir sein wird. Aber bis es so weit ist, möchte ich ihm das beste Leben geben. Ich weiß, dass das Wissen, dass ich mich um ihn gekümmert und ihn über alles geliebt habe, mir zum Zeitpunkt seiner Abreise helfen wird.

Vielen Dank liebe Susana für deine Antworten.

Fotos: Mestizaa